Referent*innen

Image
Foto: Marc Müller

Prof. Dr. Armin Nassehi

Ludwig-Maximilians-Universität, München

Prof. Dr. Armin Nassehi, 1960 in Tübingen geboren und in München, Landshut, Teheran und Gelsenkirchen aufgewachsen, studierte Erziehungswissenschaften, Philosophie und Soziologie in Münster und Hagen. 1992 promovierte er zum Dr. phil. in Soziologie, 1994 habilitierte er sich und wurde Oberassistent und Privatdozent an der Universität Münster. Von 1997 bis 1998 hatte Armin Nassehi Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten München und Münster inne, bevor er 1998 auf den Lehrstuhl für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen wurde. Als Lehrender wurde er von seinen Studenten zum besten Redner der Universität gewählt. Er ist Vorstandsmitglied des Münchner Kompetenzzentrums Ethik (MKE) und seit 2012 Herausgeber der Kulturzeitschrift „Kursbuch“.

KEYNOTE – Die digitale Gesellschaft
Wir denken, der Siegeszug der digitalen Technik habe die Welt innerhalb weniger Jahre revolutioniert. Unsere zwischenmenschlichen Beziehungen, unsere Arbeit und sogar der Ausgang demokratischer Wahlen: Alles folge komplett anderen Regeln, seit es das Internet, die sozialen Medien und die diversen Gadgets der großen Tech-Konzerne gibt. In seiner neuen Gesellschaftstheorie dreht der Soziologe Armin Nassehi den Spieß um und zeigt jenseits von Panik und Verharmlosung, dass die Digitalisierung nur eine besonders ausgefeilte technische Antwort auf eine Frage ist, die sich in modernen Gesellschaften schon immer gestellt hat.

nassehi.de



Image

Dr. Simon Haddadin

CEO und Co-Founder der FRANKA EMIKA GmbH, München

Dr. Simon Haddadin leitet als Geschäftsführer die FRANKA EMIKA GmbH in München. Als Mitgründer des Unternehmens hat er jahrelang gemeinsam mit seinem Bruder Prof. Sami Haddadin und Sven Parusel am renommierten Institut für Robotik und Mechatronik des DLR geforscht. Gemeinsam mit dem Team der FRANKA EMIKA GmbH ist einer der ersten sensiblen und lernfähigen Leichtbauroboter: „Panda“ entstanden. 2017 gewann das Team für seine Forschungen und Innovationen im Bereich Robotik und künstliche Intelligenz den Deutschen Zukunftspreis.

VORTRAG – Mittelpunkt Mensch – Roboterassistenten für eine leichtere Zukunft
Robotik wird unsere Welt nachhaltig verändern und ist dadurch zwangsläufig eines der zentralen gesellschaftlichen Zukunftsthemen. Nichtsdestotrotz ist sie bis heute nur für einige wenige verfügbar. Enorme Kosten, schwierige Programmierung und Nutzung sowie grundlegende technologische Beschränkungen, welche u. a. die absolute Trennung zwischen Mensch und Roboter durch Schutzzäune bedingen, sind schier unüberwindliche Hürden. Welche Rolle spielt bei der Entwicklung das Human-centered design? Wie kann diese komplexe Technologie nun der Allgemeinbevölkerung oder gar Manufakturen in Schwellen- und Dritte Welt-Ländern zugänglich gemacht werden?

franka.de



Image

Stephan Rein

Design Director, IXDS GmbH, München/Berlin

Stephan Rein ist als Design Director bei der Innovationsagentur IXDS verantwortlich für die Bereiche Human Industries und Participatory Health. Ursprünglich als klassischer Industriedesigner ausgebildet, arbeitete er lange Jahre als Designer in den Niederlanden. Er leitet Projekte, bei denen die Disziplinen User Research, Service Design, UX/UI Design, Industrial Design, Creative Technology und Strategie übergreifend genutzt werden, um größtmögliche Relevanz für Nutzer und Auftraggeber zu erreichen.

VORTRAG – Design (und Designer) in Zeiten der digitalen Transformation – wie sehen Produkte, Prozesse und Rollenbilder von morgen aus?
Die Welt verändert sich schnell und grundlegend. Die wirklich spannenden neuen Produkte sind digital, virtuell oder service-orientiert – was bedeutet das für die Rolle des Industriedesigns? Welche Fähigkeiten müssen Designer entwickeln, um relevant zu bleiben, auch über ihr Fachgebiet hinaus? Wie sieht eine sinnhafte und effiziente, designorientierte Zusammenarbeit aus? Und: Welche Verantwortung haben Designer für Unternehmen und für die Gesellschaft?

ixds.com



Image

Prof. Dr. Catrin Misselhorn

Universität Göttingen

Prof. Dr. Catrin Misselhorn lehrt seit April 2019 Philosophie an der Universität Göttingen. Von 2012-2019 war sie Inhaberin des Lehrstuhls für Wissenschaftstheorie und Technikphilosophie an der Universität Stuttgart. In ihrer Forschung befasst sie sich u. a. mit philosophischen Problemen der KI, Roboter- und Maschinenethik. Sie leitet eine Reihe von Drittmittelprojekten zur ethischen Bewertung von Assistenzsystemen in unterschiedlichen Bereichen, z. B. in der Pflege, in der Arbeitswelt und in der Bildung.
Ihr jüngstes Buch „Grundfragen der Maschinenethik“ (Reclam Verlag 2018, 3. Auflage) wurde auf den dritten Platz der Sachbuchbestenliste von Deutschlandfunk Kultur, ZDF und ZEIT gewählt.

VORTRAG – Maschinenethik: Können Maschinen moralisch sein?
Während AI zum Ziel hat, die kognitiven Fähigkeiten von Menschen nachzubilden oder zu simulieren, geht es bei der AM darum, künstliche Systeme mit der Fähigkeit zu moralischem Entscheiden und Handeln auszustatten. Dies erscheint angesichts des technologischen Fortschritts immer wichtiger. Denn die Entwicklung zunehmend intelligenter und autonomer Technologien führt dazu, dass diese auch vermehrt mit moralisch problematischen Situationen konfrontiert sind.
Mögliche Anwendungsbereiche sind künstliche Systeme, die im Service und in der Pflege eingesetzt werden, autonomes Fahren, aber auch militärische Anwendungen sind in der Diskussion. Doch während die einen die Entwicklung moralischer Maschinen euphorisch begrüßen, sehen die anderen einen menschlichen Kernbereich bedroht.

uni-goettingen.de



Image

Linda Schmidt

Dipl. Des. Industrial Design, Leitung UX & Industrial Design, ifm electronic gmbh, Essen

Nach ihren Studienabschlüssen in UK und Deutschland, hatte Linda Schmidt die Gelegenheit, bei ifm in einem industriellen Umfeld erst den Bereich Industrial Design, später auch den Bereich UX aufzubauen und zu leiten. Im Fokus standen dabei die Begleitung und Ausarbeitung von strategischen Projekten, die Einführung vom UCD Prozess und der Usability Norm ISO 9241 sowie die Erhebung von internationalen User Requirements durch User Interviews und deren anschließender Analyse.
Sie hielt diverse Vorträge zu den Themen „Industrial Design für Investitionsgüter“, „Großprojekt I 4.0“ und „Usability“.

Dialograum ZUKUNFT EINS – Industrie 4.0 vs. Nutzer 4.0
In der Industrie 4.0 wird mit vielen Buzzwords jongliert, wie Big Data, Digitalisierung, Smart Factory, Trendanalysen und KI durch Algorithmen etc. Es entstehen große Daten- & Informationsmengen. Mitten in dieser Flut an Daten und Informationen steht der Mensch, der im Alltag und in seiner Arbeitswelt lernen muss damit umzugehen. Wie intelligent muss der Mensch der Zukunft sein? Ist der Mensch zum Nutzer 4.0 mutiert? Welche Auswirkung hat dieser „Nutzer 4.0“ auf die Arbeitsweise von Designern und verändert sich dadurch die Verantwortung von Design?

ifm.com



Image

Andreas Beer

Geschäftsführer der HYVE Innovation Design GmbH, München

Als passionierter Diplom-Produktdesigner (FH) leitet er seit 2013 als Geschäftsführer den Designbereich bei HYVE, wo kundenzentrierte „Smart Connected Products“ entwickelt werden. Seit 2004 berät er Kunden in unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen im In- und Ausland und betreut als geprüfter Patentreferent auch die Rechtesituation der erarbeiteten Konzepte und Produkte. Seine Erfahrung gibt er zudem als Lehrbeauftragter der LIMAK Austrian Business School Linz und der Fachhochschule Campus02 in Graz weiter.

Dialograum ZUKUNFT ZWEI – Affective Computing in Products and Design
Künstliche und emotionale Intelligenz werden in absehbarer Zeit so leistungsfähig und leistbar sein, dass sie als Schlüsseltechnologien in unsere Alltagswelt Einzug halten werden. Aber was bedeutet das für die Entwicklung von Produkten und für das Design? In dem Dialograum wird auf Basis von Beispielen in Verbindung mit Live Experimenten das Spannungsfeld geschaffen, mit dem wir uns in die Vorstellung einer zukünftigen Welt begeben, in der Produkte und Services unsere emotionalen Zustände erkennen und wissen, wie es uns gerade geht. Ziel ist es, Visionen für ein Lebensumfeld zu schaffen, das auf menschliche Emotionen, Kognition und Motivation reagiert, um daraus die Rolle, Verantwortung und Möglichkeiten des Design und Development abzuleiten.

hyve.net



Image

Marco Limm & Kevin German

Industrial Designer (B.A.), HS für Gestaltung in Pforzheim & Technischer Informatiker (B. Eng.), HS für Technik in Pforzheim

Marco Limm, geboren 1993 im Süden Bayerns nahe München. Nach einer Ausbildung zum Techn. Produkt Designer begann er sein Transportation Design Studium in den Vereinigten Staaten von Amerika, in Los Angeles am Art Center College of Design und später am College for Creative Studies in Detroit. Sein Industrial Design Studium beendete er dann an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim. In seiner interdisziplinären Bachelorthesis befasste er sich mit den Einflüssen von Künstlicher Intelligenz in Designprozessen. Die Bachelorarbeit wurde auf der Salone del Mobile in Mailand der Öffentlichkeit vorgestellt.

Kevin German, geboren 1993 in Pforzheim, studierte von 2014 bis 2019 technische Informatik an der Hochschule Pforzheim. In seiner interdisziplinären Bachelorthesis ARTificial Intelligence entwickelte er künstliche neuronale Netze und genetische Algorithmen, die Teile des Designprozesses erfolgreich automatisierten. Die Arbeit wurde auf der Salone del Mobile in Mailand der Öffentlichkeit vorgestellt. Zurzeit ist er an der Hochschule Pforzheim angestellt und beginnt voraussichtlich zum Wintersemester 2019 sein Masterstudium.

Dialograum ZUKUFNT DREI – Formfindung mit Neuronalen Netzen
Ist der Designer in Zeiten künstlicher Intelligenz und Automatisierung noch notwendig? Kann der Designprozess, beispielsweise das Fahren, automatisiert werden? Um diese Fragen zu beantworten, wurden einige künstliche Design-Intelligenzen entwickelt und bei der Herstellung von Flaschen ausprobiert. Der Nicht-Designer kann nun als Designer fungieren und zu Hause personalisierte Designs erstellen, ohne dass er über Zeichenkenntnisse verfügt. Der professionelle Designer kann mit den entwickelten Algorithmen in seiner Arbeit sinnvoll unterstützt werden und gewinnt so Zeit und Ressourcen für wichtigere Probleme.
Um die Frage von Anfang an zu beantworten: Ja, der Designer ist immer noch notwendig, aber sein Gebiet wird sich definitiv ändern. Sind die hier vorgestellten Algorithmen nach dem computergestützten Design und Photoshop der nächste Schritt im Designprozess?

engineeringpf.hs-pforzheim.de



Image

Yorca Schmidt-Junker

Moderatorin

Im Laufe ihrer Tätigkeit als freie Feuilletonjournalistin hat sich Yorca Schmidt-Junker vorrangig mit Kunst und Architektur befasst; und dabei auch zunehmend das Industriedesign für sich entdeckt. Mit dem Thema Künstliche Intelligenz, dessen Evaluierung und Auswirkung auf sozio-kulturelle Bereiche beschäftigte sie sich jüngst in einem Leitartikel.

Die Kölnerin, die u. a. für die SZ, FAZ, Wirtschaftswoche, ELLE und QVEST arbeitete, ist auch als Moderatorin tätig.